Wie das Schulsystem Lehrern das Lehren schwer macht

Unser Schulsystem erschwert es Lehrern, ihre Arbeit so gut wie möglich zu machen und verhindert so Bildung. Wie es das schafft? Eine Übersicht.
Bildung finden alle gut. Kaum ein Politiker vergisst in einer Rede zur Lage der Nation die Bedeutung der Bildung für die Zukunft unserer Gesellschaft zu betonen. In der Regel verweisen sie dabei auf die gewachsenen Herausforderungen in einer globalisierten, digitalisierten, (hier weitere Buzz-Adjektive einfügen) Welt. Bildung soll den Nachwuchs fit machen für die Zukunft – was auch immer das heißt.

Die Lehrer müssen es also richten. Dabei agieren wir Pädagogen allerdings in einem System, das unsere Handlungsspielräume einschränkt. Das muss nicht unbedingt schlecht sein: Ohne Richtlinien, Gesetze, Hierarchien und Bürokratie funktioniert kein komplexes soziales System. Im Fall des Schulsystems verhindern diese Organisationsstrukturen aber oft auch, dass Lehrer erfolgreich arbeiten und Bildung gelingt. In dieser Übersicht möchte ich einige konkrete Problemfelder darstellen. Diese Liste ist nicht abgeschlossen und hat noch keinen Anspruch auf Vollständigkeit: Sie dient mir selbst und vielleicht auch möglichen Lesern als etwas konkretere Orientierung, in welche Richtung es geht.

  • Bildungsreformen gegen Lehrer: So lange ich denken kann, haben so gut wie alle Bildungsreformen egal welcher Partei den Arbeitsalltag von Lehrerinnen und Lehrern eher erschwert als erleichtert. Dies möchte ich an einzelnen Beispielen erläutern.
  • Ausbildungsreformen gegen Lehrer: Die Ausbildung von Lehrern wurde in den vergangenen Jahren stark verändert. Ich will aufzeigen, inwiefern Bildungspolitiker dabei vieles verschlimmbessert haben.
  • Bildungsreformen gegen Lerner: Wer die jüngsten Reformen des Schulsystem oder die neuen Lehrpläne studiert, gewinnt den Eindruck: Einen Dialog zwischen Bildungs-Wissenschaftlern und Bildungs-Politikern scheint es nicht zu geben. Ich will erklären, wieso die jüngsten Reformen zu großen Teilen den Erkenntnissen der Lernforschung zuwider laufen.
  • Standardisierung statt Individualisierung: Der wuchernde Wust von Standards, Vorgaben und Vorschriften verhindert Individualität, Flexibilität und Kreativität im Schulalltag. Ich möchte zeigen, welche Vorgaben nur nutzlose Fußfesseln sind.
  • Keine Entwicklung des Personals: Personalgespräche, Fortbildungen, Beförderungen: In Unternehmen kümmern sich Personaler um die persönliche und professionelle Weiterentwicklung ihres Personals. An Schulen betonieren das Beamtenrecht und eine am Unterrichtskontingent orientierte Bezahlung veraltete Personalstrukturen. Ich möchte aufzeigen, inwiefern an Schulen hier Reformbedarf besteht.
  • Zu wenig Zeit für zu viele Aufgaben: Lehrer haben schlichtweg zu wenig Zeit, um die grundlegenden Aufgaben zufriedenstellend zu erfüllen. Gleichzeitig sind in den vergangenen Jahren immer wieder neue Aufgaben und Herausforderungen dazu gekommen. Ich möchte erklären, warum gute Lehrer ohne Schlaf auskommen müssten.
  • Systematische Überforderung: Ein guter Lehrer ist zugleich  Fachwissenschaftler, Erzieher, Psychologe, Eventmanager, Vertrauter, Regisseur, Projektmanager, Verwaltungsangestellter, Leistungsdiagnostiker, Vorbild und vieles mehr. Ich möchte analysieren, wieso Lehrer diesem Anspruch unter den aktuellen Bedingungen nicht gerecht werden können.
  • Unterrichten als Mangelverwaltung: Schulen sind schlechte Arbeitsplätze für Lehrer. Die Architektur der Schulen orientiert sich an den didaktischen Anforderungen einer anderen Zeit. Die technische Ausstattung ist oft veraltet. Unterrichtsmaterialien müssen Pädagogen auf eigene Rechnung kaufen. Lehrer haben in der Regel keinen eigenen Arbeitsplatz. Die Liste lässt sich fortsetzen. Ich möchte beschreiben, welche Ressourcen in Schulen fehlen.
  • Veraltete Strukturen für neue Herausforderungen: Die Welt ist nicht mehr so wie sie mal war. Das Schulsystem größtenteils schon. Ich will aufzeigen, warum das erstarrte Schulsystem es Lehrern erschwert flexibel und effektiv auf neue Anforderungen zu reagieren.
  • Lehrer in der Gesellschaft: Lehrer haben vormittags recht und nachmittags frei. Über kaum einen Beruf existieren so viele Vorurteile wie über Lehrer. Ich will erklären, warum dieses falsche Bild meine Arbeit erschwert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.